Newsletter Nr. 10 – Februar 2009

24. Februar 2009

Mit unserem 10. Newsletter möchten wir  Ein-, Rück- und Ausblicke sowie Informationen zu Veranstaltungen rund um das religiöse Leben in Erfurt gewähren.
Wir informieren rückblickend über unsere Aktivitäten im Januar und Februar 2009 und stellen den aktuellen Stand unserer Spurensuche-Projekte vor. Die Schüler/innen – Arbeitsgemeinschaft, die Hörstationen (Audio-Guides) zum jüdischen Leben in Erfurt entwickelt, ist Themenschwerpunkt.

Alles Weitere kann hier nachgelesen werden…

September 2008

18. September 2008

Beginn des Fastenmonat Ramadan [1. September]

Fasten als eine Form menschlicher Kultur ist historisch in allen Religionen belegt. Das Fasten mittels reduzierter Nahrungsaufnahme kann neben den religiösen Motiven noch weiteren Zwecken dienen, so z.B. dem Gewinn an seelischer Harmonie und an Demut oder aber auch der Entschlackung.
Der religiöse Bedeutung des Fastens liegt darin, dass der Gläubige durch den Verzicht sich mehr auf seinen Glauben konzentrieren soll und so Gott näher kommen kann.
Im Islam wird jährlich maximal 30 Tage im sogenannten Ramadan gefastet. Das Fasten ist eine der fünf Säulen und ist somit für die Muslime verpflichtend. Lediglich Kinder vor der Pubertät. Alte, Kranke, Reisende und Frauen während der Schwangerschaft, der Zeit des Stillens und während der Menstruation sind vom Fasten ausgeschlossen.
Der Beginn der Fastenzeit ist vom ersten Tag des neunten Monats des islamischen Mondkalenders abhängig, an dem die Mondsichel erkennbar wird. Aus diesem Grund können der Beginn und das Ende des Ramadan in den verschiedenen Ländern voneinander abweichen
Während des Fastenmonats dürfen Muslime von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang weder essen noch trinken. Außerdem ist es während der Fastenzeit der Geschlechtsverkehr und das Rauchen verboten. Mit Einbruch der Dunkelheit wird das tägliche Fasten gebrochen.
Muslime erhoffen sich die Vergebung der Sünden. Neben dieser unmittelbaren religiösen Motiven hat das Fasten im Monat Ramadan weitere gemeinschaftliche Bedeutungen. Die Gläubigen fasten in ihrer muslimischen Gemeinschaft und brechen gemeinsam, entweder in der Familie oder im Rahmen der Moschheen-Gemeinde, das Fasten. Gerade Jugendliche, die die Fastenzeit erstmals erleben, werden so stäker in die Gemeinschaft der Muslime integriert.

Fest des Fastenbrechens, Id al-Fitr [30.September]

Das Fest des Fastenbrechens ist neben dem Opferfest eines der der bedeutensten Feste im Islam. Es wird in einigen Gegenden sogar bis zu drei Tage lang gefeiert. Das Fest drückt die Freude über die erfolgreiche Fastenzeit aus. Im Kreise der Familie wird eine große Feier samt Festessen ausgerichtet. Id al-Fitr steht im Zeichen der Gemeinschaft. So werden Verwandte und Bekannte entweder besucht und gemeinsam mit ihnen gefeiert, oder sie werden mit einer Grußkarte bedacht. Auch die Moscheen sind zu diesem Anlass gut gefüllt. Nach dem Vorbild des Propheten Mohammed wird die Zusammenkunft in der Moschee mit einer anderen Abfolge von Gebet und Predigt gestaltet. Außerdem werden die Almosen des Fastenbrechens errichtet.
In den islamischen Ländern wird das Fest des Fastenbrechens öffentlicht zelebriert. Es werden unter anderem Volksfeste, Lichtumzüge oder Feuerwerke veranstaltet.
In einigen Regione, wie z.B. der Türkei, wird das Fest des Fastenbrechens auch „Zuckerfest“ genannt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass besonders Kinder zu diesem Fest Süßigkeiten und kleinere Geschenke erhalten.

Rosch ha-Schana [30.September]

Rosch ha-Schana bezeichnet den jüdischen Neujahrstag, wobei dieses Fest immer zwei Tage lang gefeiert wird. Hierbei handelt es sich um einen ernstes Fest, mit dem an den Bund zwischen Gott und Israel erinnert wird. An diesem Tag sollen die Menschen in sich gehen, sich vom Bösen ab- und dem Guten zuwenden. An Rosch ha-Schana müssen die Gläubigen Rechenschaft über ihr Handeln ablegen und sich ihrer moralischen Pflichten bewusst werden. Hierzu dient vor allem der Klang der Posaune, der Schofar – ein Widderhorn, das im Morgengottesdienst nach der Tora- und Prophetenlesung sowie an mehreren Stellen des Zusatzgebetes in festgelegten Tonfolgen geblasen wird.
Am ersten Tag des Festes wird im Taschlich-Brauch nach einem Vergebungsgebet mit dem Werfen von Steinen oder Brotkrumen das Abstreifen von Sünden symbolisiert. Ein weiterer Brauch zu Rosch ha-Schana ist der Verzehr von Früchten und Honig, was ein süßes neues Jahr mit sich bringen soll.
Mit dem diesjährigen Rosch ha-Schana wird das 5769. jüdische Kalenderjahr eingeleietet.