Jom Kippur – der große Versöhnungstag

9. Oktober 2008

Anlässlich des wichtigen jüdischen Festtages Jom Kippur sprachen Carsten Rose und Roman Pastuschka in der Sendung V.I.P mit Lutz Balzer von der Kulturinitiative „Via Shalom“. Neben der Erklärung, was Jom Kippur eigentlich ist und welchen Stellenwert dieser Feiertag im Judentum hat, ging es vor allem darum, wie Gläubige in Erfurt diesen Tag gestalten.

Das Interview könnt ihr hier nachhören.

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Jom Kippur

(Quelle: wikipedia.de)

Oktober 2008

6. Oktober 2008

Erntedankfest [05.Oktober]

Seit dem dritten Jahrhundert bedanken sich die Christen während des Erntedankfestes bei Gott für die Gaben der Ernte. Im Jahr 1972 legte die katholische deutsche Bischofskonferenz den ersten Sonntag im Oktober als Termin für das Erntedankfest fest. Die evangelische Kirche feiert Erntedank gewöhnlich am Sonntag nach dem Michaelistag. Die Feier wird meist in der Kirche veranstaltet. Hierzu werden Früchte, Getreide und andere „Gaben“, wie Mehl, Honig und Wein, dekorativ aufgestellt. Neben der Erinnerung an die Arbeit in Landwirtschaft und Gärten, wird auch daran gedacht, dass es nicht immer nur von den Menschen abhängig ist, über genügend Nahrung zu verfügen. Oft werden die Erntegaben nach dem Fest an Obdachlosenheime oder ähnliche karitative Einrichtungen verteilt.
In Nordamerika wird hingegen der „Thanksgiving Day“ gefeiert. In den USA wird dieses Fest am vierten Donnerstag im November als staatlicher Feiertag zelebriert. „Thanksgiving“ erinnert an das erste Erntedankfest der frühen Pilgerväter. Dieses Fest hat also in Gegensatz zum deutschen Erntedankfest keinen religiösen Hintergrund. Das in Kanada gefeierte „Thanksgiving“ hingegen hat religiöse Wurzeln und wird am zweiten Montag im Oktober gefeiert.

Jom Kippur [09.Oktober]

Der Versöhnungstag Jom Kippur ist nach dem wöchentlichen Shabbat der wichtigste Feststag im Judentum. Der Schwerpunkt liegt auf Reue und Versöhnung. An diesem Tag ist nicht nur das Essen und Trinken untersagt. Ebenso darf nicht geraucht werden, man wäscht sich nicht, hat keinen Geschlechtsverkehr und geht nicht zur Arbeit.
Jom Kippur beginnt im Jüdischen Kalender bei Sonnenuntergang vor dem 10. Tischrim, also September oder Oktober, und dauert bis zum darauf folgenden Sonnenuntergang. In diesem Jahr beginnt der Versöhnungstag am Vorabend des 9. Oktobers.

Sukkot [14.-19.Oktober]

Sukkot, das Laubhüttenfest, ist ein jüdisches Pilger- bzw. Wallfahrtsfest. Im Gegensatz zu Jom Kippur handelt es sich beim Laubhüttenfest um ein Freudenfest, und zwar das größte im jüdischen Jahr. In Erinnerung an die Wüstenwanderung bauen die Gläubigen aus Blättern und Ästen eine Laubhütte unter freiem Himmel. In dieser Laubhütte wird dann gegessen, gefeiert und evt. jüdische Texte gelernt. Dieser Brauch soll daran erinnern, dass die Menschen sich auf materielle Dinge wie z.B. Geld, Häuser und Autos nicht verlassen können, da dies jederzeit verloren gehen kann. Allein Gott könne vertraut werden, da dieser unvergänglich sei.
Ein weiterer Brauch ist das Mitbringen von Feststräußen zu den Gottesdiensten. Diese Sträuße bestehen aus vier Pflanzenarten: einem Palmzweig, drei Myrtenzweige, zwei Bachweidenzweige und dem Etrog.

Schmini Azeret [21.Oktober]

Schmini Azeret ist der achte Tag des Festes Sukkot und wird in der Diaspora zwei Tage lang gefeiert. Dieser Feiertag beginnt am Vorabend des letzten Tages des Laubhüttenfestes. An sich beinhaltet er keine besonderen Rituale oder Zeremonien. Dennoch gilt das Ruhegebot des Jom tov und es wird das Zusatzgebet Musaf gesprochen. Viele Gemeinden halten überdies hinaus eine Jiskor, also eine Totengedenkfeier.

Simchat Tora [22. Oktober]

Das Torafest Simchat Tora ist der zweite Tag des Schmini Azeret. An diesem Tag geht der Tora-Lesezyklus zu Ende und beginnt auch gleich wieder. Hierzu werden in der Synagoge zwei Gemeindemitglieder auserkohren, die jeweils den letzten und ersten Tora-Abschnitt lesen. Diese beiden bekommen besondere Namen: Chatan Tora (Bräutigam der Tora) und Chatan Bereschit (Bräutigam des ersten Abschnittes).
Verschiedene Rituale werden durchgeführt. So wird unter anderem die Tora genommen und es wird um die Bima – eine Plattform oder ein Tisch, von dem aus die Torarollen verlesen werden – getanzt. Ebenso wird die Tora berührt und geküsst.

Reformationstag [31.Oktober]

Die evangelischen Christen feiern am 31. Oktober die Gedenken an die Reformation. Die Überlieferung besagt, dass der Mönch und Professor der Theologie Martin Luther am Tag vor Allerheiligen im Jahr 1517 seine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg schlug. Mit diesem Ereignis leitet Luther die Reformation ein, in dessen Kern er gegen den Ablass und die Buße argumentierte.
Im Gottesdienst zum Reformationstag wird weniger dem Thesenanschlag gedacht, denn der Lehre von der Rechtfertigung des Sünders allein durch den Glauben.
In verschiedenen Bundesländern (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) ist der Reformationstag ein gesetzlicher Feiertag. Aber nicht nur in Deutschland, sondern auch in Slowenien und Chile ist der Reformationstag als gesetzlicher Feiertag deklariert.

September 2008

18. September 2008

Beginn des Fastenmonat Ramadan [1. September]

Fasten als eine Form menschlicher Kultur ist historisch in allen Religionen belegt. Das Fasten mittels reduzierter Nahrungsaufnahme kann neben den religiösen Motiven noch weiteren Zwecken dienen, so z.B. dem Gewinn an seelischer Harmonie und an Demut oder aber auch der Entschlackung.
Der religiöse Bedeutung des Fastens liegt darin, dass der Gläubige durch den Verzicht sich mehr auf seinen Glauben konzentrieren soll und so Gott näher kommen kann.
Im Islam wird jährlich maximal 30 Tage im sogenannten Ramadan gefastet. Das Fasten ist eine der fünf Säulen und ist somit für die Muslime verpflichtend. Lediglich Kinder vor der Pubertät. Alte, Kranke, Reisende und Frauen während der Schwangerschaft, der Zeit des Stillens und während der Menstruation sind vom Fasten ausgeschlossen.
Der Beginn der Fastenzeit ist vom ersten Tag des neunten Monats des islamischen Mondkalenders abhängig, an dem die Mondsichel erkennbar wird. Aus diesem Grund können der Beginn und das Ende des Ramadan in den verschiedenen Ländern voneinander abweichen
Während des Fastenmonats dürfen Muslime von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang weder essen noch trinken. Außerdem ist es während der Fastenzeit der Geschlechtsverkehr und das Rauchen verboten. Mit Einbruch der Dunkelheit wird das tägliche Fasten gebrochen.
Muslime erhoffen sich die Vergebung der Sünden. Neben dieser unmittelbaren religiösen Motiven hat das Fasten im Monat Ramadan weitere gemeinschaftliche Bedeutungen. Die Gläubigen fasten in ihrer muslimischen Gemeinschaft und brechen gemeinsam, entweder in der Familie oder im Rahmen der Moschheen-Gemeinde, das Fasten. Gerade Jugendliche, die die Fastenzeit erstmals erleben, werden so stäker in die Gemeinschaft der Muslime integriert.

Fest des Fastenbrechens, Id al-Fitr [30.September]

Das Fest des Fastenbrechens ist neben dem Opferfest eines der der bedeutensten Feste im Islam. Es wird in einigen Gegenden sogar bis zu drei Tage lang gefeiert. Das Fest drückt die Freude über die erfolgreiche Fastenzeit aus. Im Kreise der Familie wird eine große Feier samt Festessen ausgerichtet. Id al-Fitr steht im Zeichen der Gemeinschaft. So werden Verwandte und Bekannte entweder besucht und gemeinsam mit ihnen gefeiert, oder sie werden mit einer Grußkarte bedacht. Auch die Moscheen sind zu diesem Anlass gut gefüllt. Nach dem Vorbild des Propheten Mohammed wird die Zusammenkunft in der Moschee mit einer anderen Abfolge von Gebet und Predigt gestaltet. Außerdem werden die Almosen des Fastenbrechens errichtet.
In den islamischen Ländern wird das Fest des Fastenbrechens öffentlicht zelebriert. Es werden unter anderem Volksfeste, Lichtumzüge oder Feuerwerke veranstaltet.
In einigen Regione, wie z.B. der Türkei, wird das Fest des Fastenbrechens auch „Zuckerfest“ genannt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass besonders Kinder zu diesem Fest Süßigkeiten und kleinere Geschenke erhalten.

Rosch ha-Schana [30.September]

Rosch ha-Schana bezeichnet den jüdischen Neujahrstag, wobei dieses Fest immer zwei Tage lang gefeiert wird. Hierbei handelt es sich um einen ernstes Fest, mit dem an den Bund zwischen Gott und Israel erinnert wird. An diesem Tag sollen die Menschen in sich gehen, sich vom Bösen ab- und dem Guten zuwenden. An Rosch ha-Schana müssen die Gläubigen Rechenschaft über ihr Handeln ablegen und sich ihrer moralischen Pflichten bewusst werden. Hierzu dient vor allem der Klang der Posaune, der Schofar – ein Widderhorn, das im Morgengottesdienst nach der Tora- und Prophetenlesung sowie an mehreren Stellen des Zusatzgebetes in festgelegten Tonfolgen geblasen wird.
Am ersten Tag des Festes wird im Taschlich-Brauch nach einem Vergebungsgebet mit dem Werfen von Steinen oder Brotkrumen das Abstreifen von Sünden symbolisiert. Ein weiterer Brauch zu Rosch ha-Schana ist der Verzehr von Früchten und Honig, was ein süßes neues Jahr mit sich bringen soll.
Mit dem diesjährigen Rosch ha-Schana wird das 5769. jüdische Kalenderjahr eingeleietet.