Oktober 2008

6.10.08

Erntedankfest [05.Oktober]

Seit dem dritten Jahrhundert bedanken sich die Christen während des Erntedankfestes bei Gott für die Gaben der Ernte. Im Jahr 1972 legte die katholische deutsche Bischofskonferenz den ersten Sonntag im Oktober als Termin für das Erntedankfest fest. Die evangelische Kirche feiert Erntedank gewöhnlich am Sonntag nach dem Michaelistag. Die Feier wird meist in der Kirche veranstaltet. Hierzu werden Früchte, Getreide und andere „Gaben“, wie Mehl, Honig und Wein, dekorativ aufgestellt. Neben der Erinnerung an die Arbeit in Landwirtschaft und Gärten, wird auch daran gedacht, dass es nicht immer nur von den Menschen abhängig ist, über genügend Nahrung zu verfügen. Oft werden die Erntegaben nach dem Fest an Obdachlosenheime oder ähnliche karitative Einrichtungen verteilt.
In Nordamerika wird hingegen der „Thanksgiving Day“ gefeiert. In den USA wird dieses Fest am vierten Donnerstag im November als staatlicher Feiertag zelebriert. „Thanksgiving“ erinnert an das erste Erntedankfest der frühen Pilgerväter. Dieses Fest hat also in Gegensatz zum deutschen Erntedankfest keinen religiösen Hintergrund. Das in Kanada gefeierte „Thanksgiving“ hingegen hat religiöse Wurzeln und wird am zweiten Montag im Oktober gefeiert.

Jom Kippur [09.Oktober]

Der Versöhnungstag Jom Kippur ist nach dem wöchentlichen Shabbat der wichtigste Feststag im Judentum. Der Schwerpunkt liegt auf Reue und Versöhnung. An diesem Tag ist nicht nur das Essen und Trinken untersagt. Ebenso darf nicht geraucht werden, man wäscht sich nicht, hat keinen Geschlechtsverkehr und geht nicht zur Arbeit.
Jom Kippur beginnt im Jüdischen Kalender bei Sonnenuntergang vor dem 10. Tischrim, also September oder Oktober, und dauert bis zum darauf folgenden Sonnenuntergang. In diesem Jahr beginnt der Versöhnungstag am Vorabend des 9. Oktobers.

Sukkot [14.-19.Oktober]

Sukkot, das Laubhüttenfest, ist ein jüdisches Pilger- bzw. Wallfahrtsfest. Im Gegensatz zu Jom Kippur handelt es sich beim Laubhüttenfest um ein Freudenfest, und zwar das größte im jüdischen Jahr. In Erinnerung an die Wüstenwanderung bauen die Gläubigen aus Blättern und Ästen eine Laubhütte unter freiem Himmel. In dieser Laubhütte wird dann gegessen, gefeiert und evt. jüdische Texte gelernt. Dieser Brauch soll daran erinnern, dass die Menschen sich auf materielle Dinge wie z.B. Geld, Häuser und Autos nicht verlassen können, da dies jederzeit verloren gehen kann. Allein Gott könne vertraut werden, da dieser unvergänglich sei.
Ein weiterer Brauch ist das Mitbringen von Feststräußen zu den Gottesdiensten. Diese Sträuße bestehen aus vier Pflanzenarten: einem Palmzweig, drei Myrtenzweige, zwei Bachweidenzweige und dem Etrog.

Schmini Azeret [21.Oktober]

Schmini Azeret ist der achte Tag des Festes Sukkot und wird in der Diaspora zwei Tage lang gefeiert. Dieser Feiertag beginnt am Vorabend des letzten Tages des Laubhüttenfestes. An sich beinhaltet er keine besonderen Rituale oder Zeremonien. Dennoch gilt das Ruhegebot des Jom tov und es wird das Zusatzgebet Musaf gesprochen. Viele Gemeinden halten überdies hinaus eine Jiskor, also eine Totengedenkfeier.

Simchat Tora [22. Oktober]

Das Torafest Simchat Tora ist der zweite Tag des Schmini Azeret. An diesem Tag geht der Tora-Lesezyklus zu Ende und beginnt auch gleich wieder. Hierzu werden in der Synagoge zwei Gemeindemitglieder auserkohren, die jeweils den letzten und ersten Tora-Abschnitt lesen. Diese beiden bekommen besondere Namen: Chatan Tora (Bräutigam der Tora) und Chatan Bereschit (Bräutigam des ersten Abschnittes).
Verschiedene Rituale werden durchgeführt. So wird unter anderem die Tora genommen und es wird um die Bima – eine Plattform oder ein Tisch, von dem aus die Torarollen verlesen werden – getanzt. Ebenso wird die Tora berührt und geküsst.

Reformationstag [31.Oktober]

Die evangelischen Christen feiern am 31. Oktober die Gedenken an die Reformation. Die Überlieferung besagt, dass der Mönch und Professor der Theologie Martin Luther am Tag vor Allerheiligen im Jahr 1517 seine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg schlug. Mit diesem Ereignis leitet Luther die Reformation ein, in dessen Kern er gegen den Ablass und die Buße argumentierte.
Im Gottesdienst zum Reformationstag wird weniger dem Thesenanschlag gedacht, denn der Lehre von der Rechtfertigung des Sünders allein durch den Glauben.
In verschiedenen Bundesländern (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) ist der Reformationstag ein gesetzlicher Feiertag. Aber nicht nur in Deutschland, sondern auch in Slowenien und Chile ist der Reformationstag als gesetzlicher Feiertag deklariert.

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